Körperorientierte Musik

AKTUELL

  • Einführungsseminar Musiktherapie
    Ein Einführungsseminar in Musiktherapie vermittelt Ihnen einen ersten Einblick über die Ausbildung und ist Voraussetzung für die Anmeldung in die Ausbildung. 12.-14. Januar 2018
  • Die blaue Stunde
    mit Reto Garcia & Rainer Brückmann
    Die blaue Stunde symbolisiert den Übergang von Tag zu Nacht – und dieses Thema wird zu Beginn des neuen Jahres musikalisch aufgegriffen. Sonntag, 14. und 28. Januar 2018 - jeweils von 17 – 19 Uhr
    Limmatstrasse 28
    Keine Anmeldung & freier Entritt
  • Medizinische Grundlagen
    Wer therapeutisch tätig ist, wird mit Fragen nach Leistungsabrechnung und Kassenanerkennung konfrontiert. Basisseminare «Der gesunde Mensch»: 4 Wochenenden zu Anatomie und Physiologie. Start 20. Januar 2018

Ausbildungsgrundsätze

Körperorientierte Musik ist ressourcen- und erfahrungsorientiert. Sie bietet Möglichkeiten, in kreativen Prozessen den eigenen Körper mit seinem musikalischen Potential als Quelle für einfaches Sein und ganzheitliches Erleben zu erforschen. Sie unterstützt die Verankerung des Menschen in seinem Körper, die authentische Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit und aktiviert Selbstheilungsprozesse und Selbstregulation.
Musik bewegt und berührt unsere Seele. Sie inspiriert, vitalisiert, energetisiert und bringt uns mit Kraft, Leichtigkeit und Lebensfreude in Kontakt. Dann wieder beruhigen uns Rhythmen, Klänge und Melodien. Sie führen uns in die Stille und ins Da-Sein. Körperorientierte Musik lässt uns in Resonanz kommen mit der Musik, die wir sind. Sie kann uns in die unmittelbare Erfahrung von Sinn und Glück führen.
Die Teilnahme an der Weiterbildung erfordert Bereitschaft zur Selbstreflexion, Freude und Interesse an bewegtem und musikalischem Ausdruck jenseits von Leistungsanspruch. Der fundierte Abschluss erfordert die Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen, methodischen Hintergründen und die Aneignung musikalischer Kompetenzen.
Konzept und Methoden
1. Arbeit mit den 4 Bausteinen der Musik, die verbale und nonverbale Kommunikation gestalten.

  1. Rhythmus - mit Strömen, Pulsieren und Mischformen von Längen und Kürzen, schnell und langsam z.B. im Sprachrhythmus
  2. Klang - mit verschiedenen Obertönen, die helle und dunkle Klangfarben erzeugen, zB. die Gestaltung der Stimmarbeit mit Vokalen und Konsonanten. Vielseitige Klanggestaltung mit Metall-, Holz-, Seiten-, Fellinstrumenten und ihren Anspielmöglichkeiten wie Schlagen, Blasen, Zupfen, Streichen; 
  3. Melodie - als Gestaltung von Tonfolgen mit hohen und tiefen Tönen, der Bezug auf einen Grundton oder Akkord, die Beziehung der Töne zueinander – harmonische und spannungsreiche Intervalle.
  4. Dynamik - mit ihren Facetten von lauter und leiser werden, kraftvoll und zart, intro- und extrovertiert, ekstatisch und still, belebend und entspannend.
 
2. Improvisieren, Gestalten und Kommunizieren mit den vorgenannten Bausteinen

  1. in verschiedenen musikalischen Formen, wie
    1. grundtonbezogene Improvisationen (modal),
    2. Melodien mit 2, 3 oder mehr Tönen, z.B. in einer 5-Tonskala (Pentatonik)
    3. Rhythmusfiguren auf der Basis von 2er-, 3er-, 4er und 5er-Rhythmen
    4. Gesänge und einfache Liedformen unterschiedlicher Kulturen auf der Grundlage verschiedener Skalen und Harmonien
    5. Stimm- und Rhythmuskreis
    6. Dialog, Frage und Antwort,“Call and Response“, Solo, Begleiten
    7. musikalische Umsetzung von Bildern, Worten und Geschichten
  2. in verschiedenen Lebenskontexten, wie
    1. Meditation, Tanzen, Entspannen oder Energetisieren
    2. Ausdruck von Lebensthemen
    3. Kraft- und Freudentänze, Trauergesänge
    4. Musik um Mut  zu machen und zu trösten.
    5. Lern- und Bildungsprozesse zu Themen wie Dissonanz und Harmonie, Umgang mit Grenzen, Wille und Hingabe, Polaritäten
Bewegung und Tanz
Jede Bewegung, die wir mit innerer Anteilnahme ausführen und ausfüllen, wird als Tanz verstanden, ob weiträumig und voller Lebensfreude oder einfach, klein und still. Wir lernen die Dynamik zwischen Tun und Geschehenlassen, Bewegen und Bewegt werden. Wir entdecken das Potential einfacher, alltäglicher Bewegungen. Das vertiefte Körperempfinden ist die Basis für das spürbewusste Umgehen mit Stimme und Musikinstrumenten.
Atem und Stimme
Das Atembewusstsein ist der Träger für das Hören nach innen und die Entfaltung unserer Stimme. Mit den Schwingungen der Stimme beleben wir innere Resonanz-Räume und suchen nach «stimmigem» Ausdruck. Wir sitzen im Kreis und unsere Stimmen ertasten verschiedene Töne. Es gibt kein „richtig“ und „falsch“, nur Unterschiede und die lebendige Spannung dazwischen. Manchmal finden sich gemeinsame Grundtöne, von denen man sich lösen und auf die man wieder zurückkommen kann, manchmal finden sich zwei oder mehrere Stimmen zu einer gemeinsamen Geschichte. Es formen sich Melodien, Strukturen, rhythmische Figuren, bis sie sich wieder auflösen. So erleben wir, wie wir in unseren Stimmen verkörpert, beseelt und verbunden sind.
Rhythmus und rhythmische Körperarbeit TA-KE-TI-NA©
Rhythmische Körperarbeit schult unser Bewusstsein, dass wir Rhythmus sind. Wir üben uns darin, sich dem Rhythmus anzuvertrauen, sich von ihm tragen zu lassen, rhythmische Phänomene wie Pulsation, Zyklus, Beat oder Off-Beat zu entwickeln, mit Hand, Fuss und Stimme im Einklang zu sein. Dabei erfahren wir, wie uns unbewusste Gewohnheiten blockieren können, wie Zeitdruck Stress aufbaut und was uns schliesslich dazu bringt, «aus dem Rhythmus zu fallen». «Rausfallen» und «Fehler machen» anzunehmen sind wesentliche Schlüssel des Lernens. Anstrengungen loszulassen und sich der inneren Kraft zu öffnen bilden die Grundlage unseres musikalischen Spiels. Diese Erfahrung ist auf alltägliche Lebenssituationen und andere kreative Bereiche übertragbar.
Integration und Reflexion
Wir lernen, das nonverbale Erleben in der Stille nachschwingen zu lassen und mit der Sprache zu ergründen. In Gesprächsrunden versuchen wir zu verstehen, zu verarbeiten und das Wahrgenommene in unser Selbst- und Weltverständnis zu integrieren. Dabei üben wir, uns für das Leben, die Stille und die Liebe zu öffnen und dabei auch das Archaische, Urtümliche, Wilde in uns anzunehmen.